Hämatologie-Analysensysteme

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Hämatologie-Analysensysteme sind höchst bedeutsam für die Erkennung von über 150 identifizierten Blutkrankheiten, sie waren aber bislang aufwendig, langsam und ungenau. Der Schweizer Hersteller Roche hat nun ein neues Zeitalter der Hämatologie-Analysensysteme eingeläutet: Mithilfe der Bloodhound®-Technologie kann cobas m 511 in kompakter Form eine automatisierte Analyse von Blutzellen vornehmen.

 

virus-infected-cells-213708_640Revolution der Hämatologie-Analysensysteme dank cobas m 511

Das cobas m 511 Analysensystem erkennt Zellen, klassifiziert sie und führt gleichzeitig die automatisierte Zellzählung durch. Es stellt Blutausstriche her und färbt sie an, die digitalen Aufnahmen werden mit der Bloodhound®-Technologie genauestens untersucht. Die AnwenderInnen (BMAs) der Hämatologie-Analysensysteme sehen das Ergebnis auf einem hochauflösenden Bildschirm, der sogar die Einzelprüfung von Zellen ermöglicht. Die Bedeutung der neuen Analysetechnik ist am Umfang solcher Untersuchungen erkennbar: Rund ein Drittel aller eingesandten Blutproben soll ein Routinelabor hämatologisch untersuchen. Dazu gehören praktisch immer das kleine Blutbild, das Differenzialblutbild und die manuelle Morphologie nach dem Blutausstrich. Die Quantifizierung von verschiedenen Blutzellen und gleichzeitig ihre qualitative Beurteilung gehören zu den grundlegenden Parametern für eine Diagnosestellung und die nachfolgenden Therapieentscheidungen bei schwerwiegenden Krankheiten wie Tumoren, Anämien und Leukämien. Labore stehen damit vor immensen Herausforderungen allein schon bezüglich des Arbeitsaufwands, zudem messen Ärzte und PatientInnen den Ergebnissen höchste Priorität zu: Immerhin geht es um potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen. Diese Ergebnisse konnten aber bislang nicht zu 100 % verifiziert werden, die konventionellen Methoden zwingen dazu, Messfehler einzukalkulieren. Zudem sind sehr zeitaufwendige Arbeitsschritte nötig, etwa beim Blutausstrich und der Morphologie am Mikroskop. Nicht zuletzt waren bislang hohe Blutmengen für hämatologische Untersuchungen nötig. All diese beschriebenen Probleme löst cobas m 511 quasi auf einen Streich: Das System ist schneller, genauer und viel automatisierter als herkömmliche Hämatologie-Analysensysteme, zudem benötigt es nur wenig Blut.

 

Voraussetzung für cobas m 511: die Bloddhound-Technologie

Nach einem Statement von Dr. Thomas Schinecker, den Geschäftsführer von Roche Diagnostics Deutschland, revolutioniert die Bloodhound-Technologie die Hämatologie-Diagnostik auf mehreren Ebenen. Sie schaffe klare Vorteile für Labor, Ärzte und Patienten, so Dr. Schinecker. Besonders Spezialpraxen, die viele auffällige Blutproben etwa für die Onkologie zu untersuchen hätten, würden sehr von diesem System profitieren. Andere Labore verwenden cobas m 511 auch als Ergänzung zu ihrem konventionellen Hochdurchsatzsystem. Die patentierte Bloodhound-Technologie kommt mit lediglich 30 Mikrolitern Blut für einen Monolayer aus. Die Zelltypen Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten werden mit cobas m 511 gezählt, analysiert, kategorisiert und digital dargestellt. Auffällige Zellen werden automatisch separiert. Zeitgleich erscheinen die Werte von den wichtigsten 26 Blutbildparametern. Medizinisches Fachpersonal konzentriert sich anhand dieser Ergebnisse nur noch auf die Klassifizierung der auffälligen Zellen und erstellt damit gezielt den Befund aus den Patientenproben. Die Digitalisierung und Automatisierung senkt deutlich den Bedarf an manuellen Überprüfungen per Mikroskop. In Deutschland nutzen seit Anfang 2017 ausgewählte Labore das System, dessen breite Einführung im Sommer 2017 begann.